
Am Samstag 9. Mai waren M° Claudio Artusi Soshi und M° Daniela Artusi zu Gast beim Wadokan Karate Bruneck. Im Rahmen eines dreistündigen Lehrgangs wurde den teilnehmenden Karateka eine Dichte und Fülle an Techniken, Konzepten und Hintergründe des traditionellen Wado ryu Karate und des Wa Ko ryu (einem traditionellen und höchst effizienten Stil des Jujutsu) vermittelt, und ein Gefühl für die unglaubliche Tiefe der traditionellen Kampfkünste nähergebracht.
Mittlerweise fast schon zur Tradition geworden und zweifellos einer der Höhepunkte der Trainingssaison für den Wadokan Karate Bruneck ist der Besuch von Claudio Artusi Soshi (Oberhaupt einer Schule/Stilrichtung). Dieser erfolgte heuer am Samstag 9. Mai.
Der Fokus des diesjährigen Lehrgangs lag auf Techniken der Selbstverteidigung, wie sie im Wado-ryu in der Form der Gosshin-ho und im Wa Ko ryu gelehrt werden. Beim Wado-ryu handelt es sich um den in Bruneck gelehrten Karate Stil. Wa Ko ryu ist ein traditioneller Stil des Jujutsu, welcher technisch eng verwandt mit dem Hakko ryu ist. Die Techniken beruhen hierbei auf der schmerzhaften Manipulation der Vitalpunkte und der dadurch erfolgenden Beeinflussung des Ki (jap. Energie), wie sie in der östlichen Medizin gelehrt werden. Dies erfolgt durch minimalen Kraftaufwand und maximale Wirkung, wie die Teilnehmer am eigenen Leib erfahren konnten. Ebenso betont wurde die geistige Haltung bei der Ausführung der Techniken im Sinne des Zen, welches die östlichen Kampfkünste von jeher geprägt hat, denn erst dadurch ist Karate mehr als nur Sport.
Klar wurde im Laufe des Lehrgangs also, wie in den Kampfkünsten östliche Philosophie und Energiekonzepte, die für Menschen des Westens manchmal schwer verständlich erscheinen mögen, nahtlos mit der konkreten Anwendung einhergehen.
Entsprechend mit Begeisterung nahmen die Karatekas des Wadokan Karate Bruneck am dreistündigen Lehrgang teil, was sich u.a. darin zeigte, dass zahlreiche Jugendliche bis zum Ende dabeiblieben, obwohl für diese Altersgruppe die Teilnahme ursprünglich nur für die erste Hälfte des Lehrgangs geplant war. Und gerade auch für die Braun- und Schwarzgurte, also die erfahrenen Karateka wurde wieder einmal klar, wieviel es auf dem „Do“ (Weg) der Kampfkunst zu entdecken und zu lernen gibt, und dass die Kampfkunst das Potential hat, in jeder Lebensphase ausgeübt zu werden, denn die gezeigten Techniken sind für jedermann und -frau, egal welchen Alters, erlernbar.

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